In Mitten des Sommers lädt die Katholische Inselgemeinde Sankt Peter zu einer besonderen Veranstaltung. Das neu erschienene Buch "Die Taube fliegen lassen" steht dabei im Mittelpunkt. Es stammt aus der Feder des Theologen und Religionspädagogen Dr. Bastian Rütten aus Nettetal Lobberich am Niederrhein. Bastian Rütten ist seit Jahren mit seiner Familie Gast auf der Insel und engagiert sich in St. Peter. "Spiekeroog inspiriert"", so ist sich Rütten sicher.
"So manch eine Geschichte und Anekdote aus dem kleinen spirituellen Lesebuch konnte sicher auch hier wachsen und reifen", schmunzelt der Theologe. Der Leseband bündelt Hoffnungsgeschichten. "Sie sind ganz alltäglich und passieren im Alltagsgrau unserer Tage um uns herum", so der Seelsorger und Autor. Hauptberuflich arbeitete er Pastoralreferent in der Wallfahrtsleitung des bekannten Marienwallfahrtsortes Kevelaer. Immer wieder ist er als Autor und Sprecher im Format "Kirche im Westdeutschen Rundfunk" in verschiedenen Formaten der Radioverkündigung zu hören. "So manch eine Geschichte, die ich dort im Radio erzählt habe, hat auch den Weg in das Buch gefunden. Die Geschichten und deren Botschaft sind wirklich oft zu schade, um sie nur einmal im Radio zu hören", so Rütten. Er ist sich sicher: "Wir brauchen in diesen Zeiten Menschen, die von Hoffnung sprechen und schwärmen. Und ich freue mich, das auch in dieser wunderschönen Kirche tun zu dürfen". So ist das Buch auch mit einem Untertitel versehen: "Hoffnungsexperimente in ver-rückten Zeiten", heißt es da. "Man wundert sich vielleicht über Titel und Untertitel", sagt Rütten. Seine Idee: Als Noah mit seiner durch die vernichten Fluten fährt verliert er -obwohl er auf dem Schiff gerettet wurde- die Hoffnung. Was er tut ist pragmatisch einfach: Er schickt drei Mal eine Taube aus. Am Ende bringt sie den Zweig vom Olivenbaum und die Botschaft: Leben ist möglich. "Wir brauchen im übertragenen Sinne solche Experimente. Den Mut dazu", ist sich Rütten sicher. "Die Zeiten in denen wir leben geben dazu genug Anlass." Das Buch vereint nun 14 Hoffnungsgeschichten die anregen sollen. Jede der Geschichten liefert dazu Impulse. Das Besondere daran: Der Autor Bastian Rütten hängt die 14 Experimente jeweils an ganz alltäglichen Dingen auf. Urlaubserlebnisse, Redewendungen, besondere Menschen. "Hoffnung muss im Gewand des Alltags entstehen", meint Rütten. So muss auch die Theologie heute in der Praxis funktionieren. "Den Menschen muss deutlich werden: Das hat mit mir zu tun. Es ist relevant für mich!". "Vielleicht ist es in etwa so, wie mit einer App auf dem Smartphone. Wenn sie mir nicht hilft, dann fliegt sie bald vom Desktop". Rütten selber hat beruflich nicht den geraden Weg zur Seelsorge und der Theologie gefunden. Seine Etappen führten nach der mittleren Reife und einer Ausbildung im Einzelhandel zum Fachabitur. Es folgten Studien der Religionspädagogik und Praktischen Theologie in Paderborn, das Studium der Theologie in St. Augustin und die Promotion an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. Seitdem arbeitete er im Bistum Limburg, der Erzbistum Köln und seit neun Jahren als Pastoralreferent im Bistum Münster in Kevelaer. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang findet eine Kollekte statt.