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Kurparkkonzert: Thabilé - South Africa - Worldmusic, Afro-Pop, Jazz & Soul

01.08.2023 19:00

Es gibt Sangerinnen, die einen mit der einnehmenden Dringlichkeit ihrer Stimme so tief im Inneren beruhren, als wurde man von einer gottlichen Erscheinung sanft in den Schlaf
gestreichelt. Es gibt aber auch Sangerinnen, deren Gesang mit solch majestatischer Wucht auf einen einkracht, dass man unter dem massiven Gewicht der Worte nicht anders kann als nur noch regungslos zu verharren. Und es gibt Sangerinnen, die einen mit ihrer Musik zum Implodieren bringen und mit ihrer Stimme eine solche Kraft in einem freisetzen, als hatte
man einen aufputschenden Schirmchen-Cocktail aus Gluckshormonen zu sich genommen. Und es gibt wenige Ausnahmesangerinnen, die all diese Facetten zugleich in sich vereinen. Eine von ihnen ist Thabile.

Seit funf Jahren lebt die 34-Jahrige in Stuttgart, doch geboren und aufgewachsen ist Thabile im sudafrikanischen Johannesburg. Genauer gesagt: In einem Township namens Dlamini. Zur Musik gefunden hat Thabile durch ihre Mutter, die als Teil eines Chores die ganze Welt bereist hat. Mit einer Burste als Mikrofon in der Hand trallerte Thabile bereits als Dreikasehoch ihre Lieblingsstucke vor dem Spiegel nach, wie es kleine Kinder eben gerne tun. Doch fur Thabile war das Singen nie nur ein Spiel, nie nur eine Phase. Es war mehr.

Immer schon. Sie wusste, dass sie eines Tages Sangerin werden will – auch wenn ihr
anfangs noch der Mut fehlte, Stucke vor Publikum vorzutragen. Doch weil ihre Liebe zur Musik großer war als ihre Angst, ging sie mit 8 Jahren zu ihrem ersten Vorsingen – und uberzeugte. So sang sie erst im Schul-, spater im Kirchenchor. Heute, ihr Traum ist langst wahr geworden, singt sie fur die ganze Welt.

Und die Liebe, die Thabile fur das Singen und ihre Musik empfindet, ist den 12 Songs ihres neuen Albums „Read My Lips“ in jeglicher Hinsicht anzuhoren. Da ist die musikalische Bandbreite, die Genres wie Jazz, Soul, Afro, Gospel, Pop und R’n’B besonnen
ineinanderfließen lasst. Da sind die musikalischen Arrangements des hochtalentierten
Produzenten Steve Bimamisa, die in ihrer instrumentierten Klarheit ungemein fesseln, ohne aufdringlich zu sein. Da ist Thabiles stimmliche Prasenz, die mit ihrer Vielfaltigkeit und
Perfektion fast einschuchternd wirkt, wenn sie nicht gleichzeitig diese umarmende Warme verstromen wurde. Und da ist nicht zuletzt die Tiefe und Sinnhaftigkeit, die Thabile den
Songs wie „Read My Lips“, „The Promised Land“, „At Home“, „The Garden Has Died“ oder „Melanin Vibes“ angedeihen lasst.

Uber das Album sagt Thabile: “Missing a vital member of a family can have long-lasting
mental effects. This album is about healing those scars caused by loss and abandonment. And just as the healing commences, it brings with it the much-needed self-love and confidence to you becoming the person of your dreams.”

Bewirtung durch die Spiekerooger Weertslü.
(Bei schlechtem Wetter im Zirkuszelt).
Inkl. Losverkauf der Kulturstiftung im Rahmen
der diesjährigen Kulturtombola.